Runen - Das Yoga des Westens
Seit eh und je versucht die Menschheit die Welt
zu ergründen und sie zu verstehen. Eine Sammlung
der Lebens-Erkenntnisse, die den Vorfahren
eigen waren, ist fast in jeder Kultur zu fi nden.
Das Beobachten der Natur und ihrer mächtigen
Kräfte verlieh den naturverbundenen Völkern ein
Wissen, das ihnen das Überleben sicherte.
Dieses Wissen sollte erhalten
bleiben, damit auch die nachkommenden
Generationen einen Nutzen davon hatten. Was wäre
wohl effi zienter gewesen – in einer Zeit in
der es noch keine Bücher gab – als dieses
Wissen in Geschichten einzupacken? Erzählungen
mit Göttern, Riesen und Naturwesen,
Märchen die jeder versteht und
weitererzählt?
Nicht nur Mythen sind entstanden. Die
Naturkräfte und Gesetzmässigkeiten wurden
auch in Symbole und in Schriftzeichen
festgehalten. Im Laufe der Zeit rückten
aber leider die Träger dieser Weisheiten
in den Vordergrund. – wohl, weil sich die
Erkenntnisse nicht jedem erschlossen.
– Durch diesen Fokus bildeten sich Kulte
und Religionen. Die ursprünglichen Botschaften
verblassten.
In manchen Religionen sind die alten
Weisheiten dennoch gut erhalten und vermögen
die Menschen heute noch mit ihren
Wurzeln des Seins rückzuverbinden. Yoga
beispielsweise vermag in seiner vollständigen
Übungsform das Körperbewusstsein
zu vertiefen, die Psyche auszugleichen und
das geistige Bewusstsein zu erweitern.
Als Europäer können wir diese Praktiken
auch anwenden, werden damit jedoch
nicht fähig sein, eine Resonanz in den
geistig-spirituellen Ebenen zu erzeugen.
Der Grund liegt darin, dass wir in unseren
Genen alt-germanische Lebensstrukturen
haben, die sich wesentlich von den fernöstlichen
unterscheiden.
Geistiges Gut der Ahnen ging verloren
Hier liegt in einer gewissen Weise auch
unser Drama. Wir Europäer haben keine
geistige Verbindung mehr mit unseren
Ahnen, denn durch die Bekehrung zum
Christentum ging uns unser ureigenes
geistiges Gut verloren. Was auch immer
dieser „neue“ Glaube an Gutem und weniger
Gutem brachte, es entsprach nicht
dem „Bio-Code“ des Nord- Europäers.
Aus dieser Sicht und in anbetracht der
grossen Orientierungslosigkeit, die heutzutage
unter den Menschen herrscht, bekommt
die Frage nach unseren Wurzeln
eine erhebliche Bedeutung.
Erhalten geblieben sind uns nur zwei
Überlieferungen. Die erste ist die Sammlung
der Lieder der Helden- und Göttersagen
der Edda, eines der bedeutendsten
Zeugnisse altnordischer Kultur. Das zweite
sind die von den Gebrüdern Grimm gesammelten
Märchen, die in verschlüsselter
Form alte Weisheiten enthalten. Wer aber
versteht noch die Mysterien, die in den
Liedern besungen werden oder die verborgene
Symbolik, die sich in den archentypischen
Figuren der Märchen verbirgt?
Altes Wissen neu entdeckt
Im Werk „Die Runen, Ursprung-Bedeutung-
Wirkung-Weissagung “ von Ulrich-
Jürgen Heinz, Philosoph und Begründer
der ClusterMedizin, fi nden wir eine erstaunliche
Auseinandersetzung mit dem
alt-germanischen Wissen durch moderne,
wissenschaftliche Betrachtungen. Dank
physikalischer und mathematischer Ergründung
der Runenzeichen und der
etymologischen Auseinandersetzung mit
den Runentexten, gelang es ihm, grundlegende
Naturgesetze wieder zu erkennen.
Er deckte Analogien zu menschlichen Organsystemen
auf und entwickelte aus seinen
Erkenntnissen ein Übungssystem mit
therapeutischem Charakter.
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"Jedes Sein bedeutet zuerst
ein Bei-sich-Sein und dann,
wenn dieses sich welbst wahrnimmt,
erfährt, erkennt, ein Ausser-sich-
selbst-Sein im Bei-sich-selbst-sein."
UJ Heinz
Die Kraft der Runen
Das Übungssystem, welches auf Körper-
Seele-Geist-Ebene wirkt, dient der
Selbstfi ndung und erinnert in gewisser
Weise an das fernöstliche Yoga. Allerdings
mit einem auf unseren Kulturkreis abgestimmten Charakter. Über das Runenstellen
erschliesst sich dem Praktizierenden
seine innere Welt. Er nimmt wahr, wie es
pulsiert, wie es kreiert, wie es waltet, er
wird eins mit sich selbst und bettet sich im
Fluss des Lebensstroms. Jede der 18 Runen
ist einem Organsystem zugeordnet (siehe
Tabelle). Jede einzelne Rune kann somit
ganz gezielt, nebst der Stärkung des Kraftprinzipes,
auch zur Vitalisierung eines Organs
eingesetzt werden. Die Runenform
wird zuerst mit dem Körper nachgestellt.
Dann folgen 10 bis 15 Atemkreise. Das
Atemschema variiert von Rune zu Rune.
Nun werden die körperlichen Funktionen
und psychischen Analogien der Organe
nachempfunden.Diese Impulse werden
bewusst gesetzt. Der Übende fühlt nach.
Was empfi nde ich? Was für Bilder steigen
in mir auf? Was für Regungen nehme ich
wahr? Nun folgt das Visualisieren der entsprechenden
Farbe, die nach und nach auf
die Organe gelegt wird. Nach einer Weile
entsteht die Ergänzungsfarbe oder sie wird
dazu gelegt. Diese wirken regulierend auf
der Seelen-Ebene. Das Singen der Rune
folgt einem vorgegebenen Tonschema,
was ein Vibrieren und Durchwärmen der
Organe bewirkt. Das Singen der Rune, wie
das laute Lesen des Runenvers, beleben
nun die geistige Ebene.
Das Mitschwingen mit dem gesprochenen
Wort vermag über den Wortstamm
eine Brücke zu den Urahnen zu bilden.
Die ganze Übung ermöglicht eine Erinnerung
an die Lebensgesetze in allen Daseins-
Ebenen.
Ganz-Sein, Heil-Sein, Frau-Sein … mit der Rune ur
Beispielsweise fi nden wir in den weiblichen
Organe eine Entsprechung der ur
Kräfte. Ur = aus dem althochdeutschen:
von – her – aus. entspricht dem Ursprünglichen,
beinhaltet die schöpferische Kraft.
Regelmässiges Stellen dieser Rune, ohne
etwas Bestimmtes erreichen zu wollen,
vermittelt ein intensives Gefühl von, „nach
Hause zu kommen“.Urvertrauen und Sicherheit
aus sich selbst wird erfahrbar.
Im Abbilden der Funktion der weiblichen
Geschlechtsorgane verinnerlichen
wir uns die schöpferischen Kräfte. Von der
Entstehung, der Werdung, des Gestaltens
bis zum Vergehen.
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Jede der 18 Runen ist einem Organsystem zugeordnet; die Rune Fa stärkt z.B. das Arteriensystem.
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Was in der Natur der Dinge liegt
Setzen wir uns mit dem weiblichen Zyklus
auseinander, so entdecken wir ein Prinzip,
dass sich in der Natur häufi g wiederholt.
Denken wir an die Pfl anzen im Zyklus der
vier Jahreszeiten.
Der weibliche Zyklus
Jeden Monat vollbringt eine Frau zwischen
10 und 45 ein kleines Weltwunder.
Parallel zu der Ei-Reifung verwandeln sich
die Schleimhäute der Gebärmutter zu einem
weichen, schwammartigen Nest, worin
sich das Ei einnisten kann.
Nachdem das Ei aus dem Follikel gesprungen
ist, wird es von dem Eileiter
aufgenommen und zielorientiert in Richtung
Gebärmutter transportiert. Erfolgt
im Eileiter eine Befruchtung, wandert das
befruchtete Ei weiter in die Gebärmutter,
dem Ort mit dem idealen Milieu, um
sich einzunisten und heranzuwachsen.
Geborgen und in Sicherheit. fi ndet keine
Befruchtung statt, bauen sich die Schleimhäute
wieder ab und lösen sich von der
Gebärmutter in einer monatlichen Blutung.
Der Zyklus fängt von neuem an.
Prinzip der Organe
Eierstöcke: Die Eierstöcke bringen jeden
Monat ein Ei zur Reife. Prinzip: Zweckmässiges
Bereithalten. In diesem Ei sind
die wertvollen Informationen (Gene) für
das werdende Leben enthalten.
Eileiter: Die Eileiter sorgen dafür, dass
das Ei zur Gebärmutter wandern kann.
Prinzip: Kraftvolles Durchkommen, Zielerreichung.
Gebärmutter: In der Gebärmutter kann
das befruchtete Ei nun gedeihen. Hier
entsteht das notwendige Milieu für das
Ausreifen der Frucht. Prinzip: Ausbrüten,
Geborgenheit, Selbstgewissheit.
Brüste: Die Brüste dienen in erster Linie
dem Nähren des Säuglings. Sie sind das
Organ der sichernden Versorgung und der
Wärme. Prinzip: Versorgung, Warmherzigkeit,
sich und andere wärmen.
Übersetzen wir all diese Funktionen
in Qualitäten oder Fähigkeiten, so ergibt
dies ein Bild, das uns überraschen mag.
Schöpferkraft, zielgerechtes Führen und
Authentizität sind genauso weibliche Eigenschaften
wie Nähren, Schützen und
Geborgenheit schenken.
Eine Frau ist auch fähig zu kreieren, mit
Kraft etwas auszugestalten, etwas zielgerichtet
zu Ende zu bringen und dabei die
Gewissheit zu haben, dass sie es zu Ende bringen wird. Ihre
Kraft liegt in der Fähigkeit, sich so abbilden zu können, wie sie
im Kern ist. Nicht in den übernommenen oder aufgezwungenen
Rollen, nicht als fügsame Partnerin und auch nicht in der Kompensation,
die sich im Kampf um Macht und Ansehen gegen
den Mann richtet.
Ruht eine Frau in sich, wird sie die Kraft über sich selbst
wieder erlangen und sich von den vielen Erwartungen, die an
sie gestellt werden, befreien. Sie wird wissen, was des Lebens förderlich
ist und sie wird ihrer Intuition wieder trauen können.
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Die Rune Ur wird zur Heilung und Stärkung der weiblichen Organe eingesetzt
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Krankheiten aus dieser Sicht
Betrachten wir nun Erkrankungen der weiblichen Organe. Auf
dem Hintergrund dieses zusammenhängenden Wissens erhalten
wir die Information, an was es wirklich krankt.
Bringen die Eierstöcke kein Ei zur Reifung, bleibt eine Frau
kinderlos. Könnte es sein, dass diese Frau ein zu schwaches
Empfinden und Erleben hat von dem, was sie ist und die bildenden
Kräfte daher ausbleiben? Wie sieht es aus, wenn die Eileiter
verklebt sind, kein Ei mehr durchlassen und sie nicht mehr
zum Ziel kommen? Könnte es sein, dass hier die Frau Schwierigkeiten
hat, ihre Ideen umzusetzen, zum Ziel zu kommen?
Wie sieht es mit Menstruationsbeschwerden aus? Ist die regelmässige
Bereitschaft für grosse Taten, etwas neu auszugestalten
noch vorhanden? Oder könnte es sein, dass ganz bestimmte
weibliche Funktionen abgelehnt werden? Könnten Myome im
Gebärmuttermuskel ein Hinweis darauf sein, dass das Erleben
und Darstellen als Frau, Mutter, Ehefrau nicht dem entspricht,
wie es zutiefst gewünscht würde? Wie sieht es mit Zysten in den
Eierstöcken aus? Bilden sich da Wunschwelten, Scheinwelten
aus, die von Unterdrückungen erzählen, weil ein freies und offenes
Leben nicht geführt werden kann?
Will man eine Grundkorrektur im Kern der Sache erreichen,
sollte man diesen Fragen, unabhängig vom Geschlecht, ernsthaft
auf den Grund gehen.
Besinnen wir uns auf die Kräfte der Natur, sie weisen uns den Weg!
Im Stellen der Rune ur erfahren Frauen wie Männer schöpferische
Eigenschaften, sie gewinnen Urvertrauen, erfahren
Rückverbindung und fühlen sich geborgen in ihrem Körper.
Sie können ihre Anima, der eigener Natur entsprechend, fühlen,
annehmen und gesund leben.
In dieser Weise können wir die Runen nutzen, zum Heilwerden.
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Die Runen mit ihrem jeweiligen Einsatzbereich
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Text und Infos für Seminare:
Johanna Kobel, ClusterCoach und -Therapeutin, Naturärztin SPAK
www.clusterpraxis.ch, johanna.kobel@clusterpraxis.ch
Literaturangaben:
Die Runen, Ursprung – Bedeutung – Wirkung – Weissagung,
Runenübungen kurz & praktisch, Ulrich Jürgen Heinz;
Hermann Bauer Verlag (vergriffen)
Runenbilder:
mit freundlicher Genehmigung, Copyright by Ulrich-Jürgen Heinz
aus Natürlich GESUND - 10. Jahrgang - Nr. 4 - Juni 2006
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