natürlich GESUND
Donnerstag, 11.03.2010      





Praxis-Serie:
Was Frauen gesund und stark macht!

Bei Frau läuft so manches anders – auch in der Gesundheit. Erfahren Sie selbst in unserer Gesundheitsreihe für die Frau, welche Naturheilverfahren effektiv bei ihr wirken. In dieser Ausgabe: Unterleibsbeschwerden

Menstruationsbeschwerden

Fast jede zweite Frau leider mehr oder weniger stark unter Menstruationsbeschwerden. Ein Grund, sich gründlich mit diesem weiblichen Problem zu befassen. Aber warum leidet Frau eigentlich zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrem Zyklus so stark unter ihrer Weiblichkeit? Im Rhythmus von ungefähr 28 Tagen reift in einem der beiden Eierstöcke der Frau eine Eizelle heran, die dann in der Mitte des Zyklus ihre Wanderung durch den Eileiter Richtung Gebärmutter beginnt. Unter dem Einfluss der Eierstockhormone baut sich gleichzeitig die Gebärmutterschleimhaut auf und wird besonders stark durchblutet. Am Ende des Zyklus ist sie fünfmal so dick wie zu Beginn und damit bestens darauf vorbereitet, ein befruchtetes Ei aufzunehmen. Tritt keine Befruchtung ein, stirbt die Eizelle ab und löst sich auf. Die überflüssige Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen und mit der Regelblutung ausgeschieden. In dieser Zeit treten auch die typischen Regelschmerzen auf.

Ursachen

In den meisten Fällen steckt hinter den Schmerzen eine funktionelle Störung der Hormone. Nicht selten sind psychische Ursachen mit im Spiel. Das können private oder berufliche Konflikte und Stresssituationen sein. Organische Veränderungen sind hingegen seltener der Grund. Kommen sie vor, liegt das oftmals an einer zu kleinen Gebärmutter, einer Verengung des Gebärmuttermundes, einer Abknickung oder Entzündung der Gebärmutter oder auch einer krankhaften Ansammlung von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter.

Symptome

Schon einige Tage vor der Regelblutung machen sich Nervosität und depressive Verstimmungen bemerkbar, später auch Bauchschmerzen, Unterleibskrämpfe, Kopfschmerzen und Übelkeit. Dazu kommen Konzentrationsschwäche, Schweißausbrüche und Gereiztheit.

Das können Sie selbst für sich tun

Trinken Sie schon eine Woche vor der Regelblutung Ringelblumentee. Dazu ein bis zwei Ringelblumenblüten mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen, dann abseihen.

Bei schon vorhandenem Schmerz hilft oft auch eine Wärmflasche oder ein Heizkissen auf dem Unterleib. Die Wärme fördert die Durchblutung und löst die Verkrampfung.

Magnesiumtabletten vor und während der Menstruation schwächen die krampffördernder Wirkung der körpereigenen Hormone ab und stabilisieren das Nervensystem. Einen hohen Magnesiumanteil enthalten etwa Weizenkeime, Käse und Fisch. Alkohol regt im Übrigen den Blutfluss an, ist also bei Menstruationsbeschwerden eher zu meiden. Sparen Sie außerdem mit Salz. Das speichert die Flüssigkeit im Gewebe und erhöht zusätzlich Spannungsgefühle.

Vorbeugen ist übrigens viel wert. In Apotheken erhältlich sind Medikamente, die das Öl der Nachtkerze enthalten und bei prämenstruellen Symptomen vorbeugen. Oder Sie werden selbst aktiv! Zum Beispiel mit regelmäßiger Gymnastik, vor allem Streck- Dehn und Entspannungsübungen. Autogenes Training, Yoga und auch ausgedehnte Spaziergänge bringen psychischen Ausgleich. Atemgymnastik entspannt den gesamten Bauch- und Unterleibsbereich. Legen Sie sich dazu flach auf den Rücken, halten Sie die Hände auf den Bauch und atmen Sie langsam tief ein. Versuchen Sie dabei, den Bauch herauszudrücken. Halten Sie dann die Luft kurz an und lassen Sie sie langsam wieder hinausgleiten. Das. Weitere Atemübungen können Sie bei Atemtherapeuten oder Heilgymnastikern erlernen.

Übrigens: Wenn Sie Verlangen nach Zärtlichkeit und körperlicher Nähe haben, verzichten Sie nicht auf Ihr Liebesleben! Gerade während der Periode wirkt Intimität besonders entspannend und entkrampfend.

Therapiemethoden in der Naturheilpraxis

Bei starken Schmerzen sind neuraltherapeutische Injektionen in das Schambein und in die Kreuzbeingegend besonders wirkungsvoll. Zur längerfristigen Therapie eignen sich homöopathische Präparate, Akupunktur und Reizstrombehandlung. Schmerzlindernd wirken auch die Ultraviolett-A-Tiefenbestrahlung und spezielle Meridianmassagen.

Bei Menstruationsbeschwerden: Ansteigendes Fußbad

Tauchen Sie die Beine bis zu den Knien in 36 Grad warmes Wasser und gießen Sie allmählich heißes Wasser dazu, so dass die Temperatur auf 45 Grad steigt. Bleiben Sie dann noch fünf Minuten mit den Beinen in der Wanne, trocknen Sie die Füße ab und legen Sie sich ins Bett – etwa mit einem Heilkräutertee aus Johanniskraut, Frauenmantel und Mistel.

Scheidenentzündung (Vulvitis, Vaginitis)

Häufig reicht schon die Verwendung einer sehr scharfen oder parfümierten Seife aus, um eine Scheidenentzündung zu provozieren, Auch andere Hautreizungen können die Ursache sein, etwa Schwitzen, die Verwendung von Intimsprays oder auch nicht regelmäßig gewechselte Tampons und Binden.

Innerliche Gründe sind Entzündungen der Gebärmutter oder verschleppte Darmbakterien bzw. Darmwürmer. Wichtig: Begeben Sie sich bei einer Scheidenentzündung unbedingt in ärztliche Behandlung. Die erläuterten Selbsttherapien sind zur zusätzlichen Behandlung gedacht.

Symptome

Ständiger Juckreiz, verstärkter Ausfluss, Wundheitsgefühl, Rötung und Schwellung der äußeren Geschlechtsteile und der inneren Scheidenschleimhaut, mitunter Schwellung der Lymphdrüsen.

Das können Sie selbst für sich tun

Achten Sie unbedingt auf peinliche Sauberkeit und verzichten Sie auf Geschlechtsverkehr, bis die Entzündung abgeheilt ist. Reiben Sie zum Beispiel den Intimbereich mit Johanniskrautöl ein, das hilft auch vorbeugend. Auflagen mit Joghurt lindern den Juckreiz und stärken die Widerstandsfähigkeit der Haut. Beruhigend wirken Sitzbäder mit Ringelblumen- und Kamillenaufguss bzw. kalte Umschläge mit in kaltem Wasser oder kalten Kamillen- oder Salbeitee getränkten Tüchern. Auch Tee unterstützt den Heilprozess, und zwar mit Blutweiderich, Stiefmütterchen und Arnikablüten.

Therapiemethoden in der Naturheilpraxis

Wie bei vielen Entzündungen bewährt sich auch bei einer Scheidenentzündung die Bestrahlung mit Ultrarot-A-Tiefenstrahlen. Sie fördern die Durchblutung und sorgen für eine schnellen Abheilungsprozess der Entzündung. Auch Vaginalklistiere mit Ozon-Sauerstoff sind heilsam. Weitere Maßnahmen bieten Homöopathie, Enzymtherapie, Energiezonen- und Meridianmassagen.

Zu starke Regel (Menorrhagie)

Dauert Ihre Monatsblutung länger als vier bis sechs Tage, spricht man von einer Menorrhagie. Ursache kann eine Blutüberfüllung der weiblichen Geschlechtsorgane durch Entzündungen der Gebärmutter oder der Eileiter sein. Aber auch die Lageveränderung der Gebärmutter, Schwächungen der Gebärmuskulatur oder hormonelle Störungen sind oftmals der Fall.

Symptome

Blutungsdauer von acht bis zehn Tagen mit Abgehen übergroßer Blutmengen mit Klumpenbildung. Durch den hohen Blutverlust kann es zu einer gefährlichen Blutarmut kommen. Aus diesem Grund ist die ärztliche Erörterung der Ursache dringend erforderlich.

Das können Sie selbst für sich tun

Als erste Hilfsmaßnahme wirkt eine strenge Bettruhe, am besten mit einer Eisblase auf dem Unterleib. Alle Blutfluss anregenden Substanzen sollten vermieden werden, dazu gehören auch Kaffee und Alkohol.

Kalte Oberkörperwaschungen mit einem nassen, kalten Lappen ziehen das Blut aus dem Unterleib in den Oberkörper und vermindern die Blutung. Dazu den Oberkörper mit einem nassen, kalten Lappen ein bis zwei Minuten immer in Richtung Herz abreiben. Auch Baldriansaft wirkt lindernd auf die Störung. Nehmen Sie dreimal täglich einen Esslöffel davon.

Therapiemethoden in der Naturheilpraxis

Besonders bewährt haben sich Injektionen und Tropfen mit speziellen Schlangegiftenzymen, die den Blutfluss hemmen. Weiterhin zu empfehlen: Ableitende Maßnahmen wie Schröpfen und Energiezonenmassage.

Zu schwache oder ausbleibende Regel (Hypomenorrhö)

Bleibt die Monatsblutung aus oder ist sie sehr schwach, ist das erst einmal kein Grund zur Panik. Häufig sind psychisch-physische Stresssituationen der Grund für den durcheinender geratenen Hormonhaushalt. Auch bestimmte Antibabypillen können dazu führen, dass die Blutung generell weniger wird. Sollten Ihr Frauenarzt Sie jedoch nicht darüber informiert haben, bzw. Ihre Blutung häufiger ausbleiben, sollten Sie umgehend ärztlichen Rat einholen. Dann können auch Störungen der Hypophysenfunktion oder Tumore der Grund sein. Übrigens: Übergewicht ist ebenfalls häufig eine Ursache. In dem Fall können Sie selbst aktiv werden – mit einem angemessenen Ernährungsplan.

Symptome

Der Blutverlust während der Periode ist kaum merklich und dauert weniger als zwei Tage oder bleibt ganz aus.

Das können Sie selbst für sich tun

Trinken Sie vorbeugend eine Woche vor der Periode zwei Tassen Beifußtee als Aufguss und nehmen Sie dreimal täglich jeweils eine Stunde vor den Mahlzeiten einen Esslöffel Selleriesaft zu sich (erhältlich in Reformhäusern). Sollten Sie den Geschmack nicht sonderlich mögen, entlohnt Sie ein abendliches Sitzbad mit Heublumenextrakt für Ihre Disziplin. Am besten regelmäßig bei 47 Grad Celsius für zehn Minuten. Anschließend kalt abduschen! Wechselfußbäder sind ebenfalls durchblutungsfördernd.

Therapiemethoden in der Naturheilpraxis

Besonders wirkungsvoll ist hier das Einspritzen von homöopathisch aufbereiteten Organextrakten aus Eierstöcken, Gebärmutter, Placenta und Hypophyse in bestimmte Akupunkturpunkte. Weiterhin zu empfehlen: Ansteigende Kreislauffußbäder nach Schiele, Ultrarot-A-Tiefenbestrahlung, Akupunktur und Energiezonenmassage.

Aus: Natürlich Gesund, Ausgabe 05/2009
Autor: Manfred Backhaus
Bild: Kuco (Shutterrstock)

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