natürlich GESUND
Sonntag, 05.02.2012      





Ernähren? Ergänzen?
Oder beides?

Frisches Obst und Gemüse sind nicht nur lecker, sondern auch sehr vitalstoffreich und damit gesund. Sind wir also mit einer abwechslungsreichen Ernährung bestens versorgt? Wann und für wen können Nahrungsergänzungsmittel dennoch sinnvoll sein?

Jeder Supermarkt widmet ihnen mehrere Meter Regalfläche, der Suchbegriff im Internet liefert Hunderttausende Treffer, und zusätzlich flattern uns per Post regelmäßig Angebote ins Haus. Nahrungsergänzungsmittel sind beinahe in aller Munde. 28 Prozent aller Deutschen, so ein Ergebnis der vom Verbraucherministerium in Auftrag gegebenen Nationalen Verzehrstudie 2008, schlucken die Präparate, die mit Vitaminen, Mineralstoffen, Aminosäuren und anderen bioaktiven Stoffen zu einem gesünderen Leben verhelfen sollen. Doch braucht man die verheißungsvollen Kapseln, Tabletten, Pulver oder Säfte überhaupt? Reicht es nicht, sich ausgewogen zu ernähren, Obst und Gemüse in den Speiseplan einzubauen und Fertiggerichte zu vermeiden? Ein klares „Jein“ ist die Antwort … – was unter anderem daran liegt, dass es bei Nahrungsergänzungsmitteln deutliche Qualitätsunterschiede gibt. Manche Produkte nützen dem Hersteller mehr als dem Verbraucher, während andere in bestimmten Lebenssituationen sinnvoll oder sogar sehr wichtig sind.

Der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zufolge ist eine ausreichende Vitalstoffversorgung über vollwertiges Essen grundsätzlich möglich. Die zusätzliche Zufuhr bestimmter Substanzen ist jedoch vor allem aufgrund eines individuell begründeten Mehrbedarfs häufig notwendig.

Wenn der Körper Ansprüche stellt

So braucht der Körper beispielsweise in besonders belastenden, stressigen Phasen mehr Vitalstoffe wie etwa B-Vitamine, Fettsäuren und Enzyme, um leistungsfähig zu bleiben, Krankheitserreger abzuwehren und die eventuell kürzeren Regenerationszeiten optimal zum Auftanken zu nutzen. Allein über die Ernährung, die dann ohnehin oft etwas kurz kommt, ist dieser erhöhte Anspruch des Körpers nicht aufzufangen.

Vergleichbares gilt für junge Mütter, bei denen Vitalstoffmängel während der Stillzeit die gesunde Entwicklung des Kindes gefährden können. Auch bei älteren Menschen ist eine sichere Versorgung mit einem ausgewogenen Vitalstoffmix von elementarer Bedeutung, um vorzeitigen Altersbeschwerden wie Osteoporose oder nachlassender Gedächtnisleistung entgegenzuwirken.

Bei Frauen beginnt diese Phase bereits in den Wechseljahren, also um das 45. Lebensjahr. Sie sollten spätestens zu diesem Zeitpunkt darauf achten, ihren täglichen Vitamin D-Bedarf wirklich zu decken, da dieses Vitamin die Aufnahme von Kalzium erleichtert und damit zur Knochenfestigkeit beiträgt. Das Coenzym Q10 ist bekannt dafür, den Energiestoffwechsel zu unterstützen und das Wohlbefinden zu fördern. Spezielle Isoflavonoide, wie sie unter anderem in Soja vorhanden sind, haben sich allgemein bei menopausalen Beschwerden sehr bewährt.

Der Mix macht’s

Das Beispiel der weiblichen Menopause macht es deutlich: Besser als isolierte Einzelsubstanzen nützen dem menschlichen Organismus Kombinationen verschiedener Vitalstoffe. Bei der Wahl des passenden Präparates ist deshalb im Normalfall hochwertigen Zusammenstellungen der Vorzug zu geben. So gibt es interessante Produkte, in denen Inhaltsstoffe bewährter Heilpflanzen zusammen mit Vitalpilzextrakten und zusätzlichen Mineralstoffen eine wirksame Liaison eingehen.

Daneben mag auch ein Blick auf die Herstelleradresse sinnvoll sein. Im Internet finden sich heute viele Informationen, die Auskunft über die Herkunft eines Präparates, seine Herstellung und die Inhaltsstoffe geben. Gute Produzenten haben nichts zu verbergen, sondern liefern bereitwillig alle Daten. Und auch der Verkaufspreis bietet einen Anhaltspunkt zur Qualitätseinschätzung. In diesem Fall gilt: Ein sehr billiges Produkt taugt vermutlich nicht viel. Überteuert müssen Nahrungsergänzungsmittel deshalb aber trotzdem noch lange nicht sein.

Eines aber darf natürlich nicht vergessen werden: Nahrungsergänzungsmittel können niemals eine Alternative sein zu einer abwechslungsreichen, vollwertigen und möglichst frisch zubereiteten Kost. Nicht ohne Grund tragen sie das Verb „ergänzen“ in ihrem Namen.


Aus: natürlichGesund, Ausgabe 3/2009, Bild: Hawlik Euro-Pilzbrut GmbH

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