Wasser – DAS Lebensmittel!
Es plätschert durch Bäche und Flüsse, es ruht im See und wogt im Meer. Aus den Tiefen der Erde sprudelt es als kühle Quelle oder heißer Geysir. In der Luft ist es als Regen und Nebel, als Schneeflocke oder als Hagelkorn ganz in seinem Element. Vor allem aber ist Wasser Ihr wichtigstes und „lebenswichtigstes“ Lebensmittel! Sie müssen es nur richtig einsetzen
Es knirscht und spritzt, wenn man seine Tritte vorsichtig über die brechenden Salzkrusten und moosigen Pfützen lenkt. Kraterartige Löcher klaffen im Boden, insgesamt gut 2.000 Stück an der Zahl. Sie sind bis zu 40 Meter breit und 10 Meter tief. Dem Toten Meer geht das Frischwasser aus. Jahrtausende lang versorgte der Jordan das aus einer gesättigten Salzlösung bestehende Binnengewässer mit Süßwasser, heute ist er bis auf ein schmächtiges Rinnsal versiegt. Israel und Jordanien haben ihm das Wasser fast vollständig abgegraben, nun rächt sich die Erde dafür. Laut Expertenschätzung dürfte das Salzmeer in 30 Jahren zu einer Salzwüste geworden sein. Nicht nur im ältesten Kulturraum der Welt drohen dramatische Folgen.
Drei Tage lang halten wir es ohne Wasser aus. Unser Flüssigkeitshaushalt ist ein komplexes und hochsensibles System, welches die Körpertemperatur reguliert, Abfallprodukte des Stoffwechsels ausschwemmt und natürlich den Organismus mit Flüssigkeit versorgt. Da wir Flüssigkeit ständig über die Blase, den Darm, die Haut und die Lunge ausscheiden, müssen wir es regelmäßig ersetzen – und zwar nicht erst dann, wenn der Mund trocken wird. Dann herrscht bereits akuter Flüssigkeitsmangel.
Dass dieser krank machen kann, fand auch der iranische Arzt und Bestsellerautor Dr. Batmanghelidj heraus und behauptet: “Sie sind nicht krank“, Sie sind durstig! Da jeder Mensch einen unterschiedlich hohen Bedarf an Wasser hat, stellt Batmanghelidj eine praktische Faustregel auf: Erst wenn Ihr Urin farblos ist, haben Sie genug getrunken.
Wer viel am Computer sitzt, kann sein Trinkverhalten aber auch über einen „Trinkwecker“ kontrollieren. Unter www.trinkberater.de lässt sich ein kostenfreies Abonnement per E-Mail einrichten. Eines ist in jedem Fall wichtig: Trinken Sie regelmäßig über den Tag verteilt anstatt abends die Wasserflaschen auf einmal zu leeren. Zu schnell aufgenommenes Wasser wird auch schnell wieder von den Nieren ausgeschieden oder ausgeschwitzt.
Diäthilfe
Wasser hält uns nicht nur leistungsfähig und gesund, es ist auch unser wichtigstes Lebensmittel. Darüber hinaus sättigt es und leistet gute Dienste, wenn wir uns mal wieder von überflüssigen Pfunden trennen wollen – vor allem dann, wenn es vor einer Mahlzeit getrunken wird.
Zusätzlich zum „Kalorienspareffekt“ erhöht der Konsum von Leitungswasser auch den Energieverbrauch. Bei Übergewichtigen macht das etwa 30 kcal aus, bei Normalgewichtigen ungefähr 50 kcal – so das Ergebnis einer vom Forum Trinkwasser e. V. unterstützten Studie der Charité in Berlin und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam. Insgesamt können etwa 75 kcal pro Mahlzeit eingespart werden. Das summiert sich auf Dauer ganz schön!
Warm oder kalt?
Die richtige Trinkmenge ist jedoch nicht nur für den Wasserhaushalt des Körpers wichtig, sondern auch für die Verdauung. Wer bei warmem Wetter plötzlich unter Verstopfung leidet, sollte unbedingt die tägliche Flüssigkeitszufuhr erhöhen, vor allem mit zimmerwarmen Mineralwasser und Tee. Das klingt zwar nicht gerade nach kulinarischem Hochgenuss, ist aber das beste Rezept gegen Verdauungsstörungen. Wüstenvölker machen es nicht anders, denn sie wissen: Kalte Getränke kühlen den Körper nicht ab, sondern heizen ihn noch zusätzlich auf.
Auf Sommer eingestellt
Wenn es im Sommer heiß und drückend ist, verliert man beim Schwitzen reichlich Wasser – aber auch Salz. Wer dann nicht regelmäßig „nachfüllt“, dem drohen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme und Schwindelgefühle. Mit einem Mineralwasser, das mindestens 250 mg Natrium und 50 mg Magnesium enthält, kann das wieder ausgeglichen werden. Trinkwasser hingegen ist relativ mineralstoffarm. Tipp bei starkem Schwitzen: Ein bis zweimal täglich eine Prise naturbelassenes Salz in den Tee geben.
Auch bei langen Autofahrten ist im Sommer Vorsicht angesagt. Machen Sie unbedingt alle ein bis zwei Stunden Pause, um mindestens einen viertel Liter Früchtetee, am besten wieder mit einer Prise Salz, oder Mineralwasser zu trinken. Ansonsten besteht Austrocknungsgefahr, im schlimmsten Fall eine Thrombose.
Hitze, verstärktes Schwitzen und unzureichendes Trinken fördern auch die Bildung von Nierensteinen. Nicht umsonst nimmt die Zahl der Nierenstein-Patienten in der Sommerzeit drastisch zu. Der Grund: Wird zu wenig getrunken, steht dem Körper nur wenig Flüssigkeit zur Harnbildung zur Verfügung. Die Konzentration der im Harn befindlichen Substanzen ist dann so groß, dass sie sich nicht mehr lösen können. Sie fallen als kleine Kristalle aus, die im Laufe der Zeit anwachsen und Nierensteine bilden.
Machen Sie sich frisch!
Doch Wasser tut nicht nur von innen gut. Gestalten Sie heiße Sommertage auch im Büro so angenehm wie möglich! Wenn Sie zu geschwollenen Füßen neigen, schafft ein kühles Fußbad in der Mittagspause Abhilfe. Dazu reicht eine kleine Plastikschüssel und ein Handtuch – Achtung, das Wasser sollte nicht eiskalt sein Lüften Sie außerdem morgens, wenn es noch nicht so warm ist. Auch ein kleiner Tischbrunnen leistet wertvolle Dienste. Das plätschernde Wasser entspannt und kühlt die Luft ein wenig ab. Wenn Sie dahinter noch einen Ventilator aufbauen, verstärkt sich die Wirkung. Zu Hause dürfen Sie dann ruhig öfter mal duschen, aber bitte nur lauwarm! Eiskaltes Wasser kurbelt die Durchblutung an, und Sie kommen erst recht ins Schwitzen.
Trinken passt fast immer!
- Eine halbe Stunde vor jeder Mahlzeit und rund 2,5 Stunden danach mind. ein Glas Wasser trinken. Das fördert die Verdaaung bzw. behebt den durch den Verdauungsprozess verursachten Wassermangel
- Gleich nach dem Aufstehen trinken um den Flüssigkeitsverlust der Nacht auszugleichen.
- Kaffee und Schwarzer Tee können in die Flüssigkeitsbilanz mit einbezogen werden, sind aber keine geeigneten Durstlöscher. In größeren Mengen erhöhen sie den Blutdruck.
- Milch und Säfte sind kalorienreich, also nur in Maßen zu genießen.
- Wer wenig Obst und Gemüse isst, dem fehlt zur Verdauung Wasser. Unbedingt ausgleichen!
- Trinken Sie vor dem Sport Wasser. (Aus-)schwitzen ist gesund.
- Faustregel für die richtige Menge Wasser: Täglich gut 30 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Bei 70 Kilogramm Körpergewicht bedeutet das 2,1 Liter Wasser am Tag.
Aus: natürlich Gesund, Ausgabe 05/2009
Autorin: Andrea Fettweis
Bilder: Donskaya Olga (Shutterstock)
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