natürlich GESUND
Donnerstag, 11.03.2010      





Blasenentzündung natürlich heilen


Wer schon einmal Bekanntschaft mit ihr gemacht hat kann ein Liedchen davon singen, wie unangenehm und lästig sie ist. Die Rede ist von der Entzündung der Blase. Kaum hat man sich einmal zu lange im Wasser in der Schwimmhalle aufgehalten oder ist auf kaltem Boden gestanden, schon wird der Gang zur Toilette zu einer Tortur.

Bakterien als Auslöser
Die Ursachen einer Blasenentzündung (Cystitis) können vielschichtig sein. In der Regel wird sie ausgelöst durch Bakterien, wie zum Beispiel E. coli aus dem Darm. Mitbeteiligt ist oft ein geschwächtes Immunsystem, da die Angriffe der krankhaften Erreger im Normalfall durch die Blasenschleimhaut abgewehrt werden. Betroffen sind überwiegend, aufgrund der vergleichsweise kurzen Harnleiter, Frauen. Oft reichen jedoch kalte Füsse oder ein unterkühlter Unterleib aus, um Schmerzen in der Blase auszulösen. Symptome einer Cystitis drücken sich aus, durch dringendem und häufigen Harndrang sowie schmerzhaftes oder brennendes Wasserlassen.
Verspüren Sie ein Brennen beim Wasserlassen, so ist es ratsam, die Ursachen von einem medizinisch abklären zu lassen. Wird eine Blasenentzündung diagnostiziert, so können folgende Tipps Erleichterung verschaffen:
Grundlegend wichtig bei einer Cystitis ist es, das Wasserlassen nicht aufzuschieben. Das Verzögern fördert das Bakterienwachstum und erhöht den Blasendruck. Da die Blase kälteempfindlich ist, sollte man es vermeiden, sich an kalten Plätzen aufzuhalten. Darüber hinaus sollte der Unterleib warm gehalten werden und Unterwäsche aus Naturfasern getragen werden. Als beruhigend auf die Blase wirkend hat sich auch das Auflegen einer Wärmflasche oder eines (vorgewärmten) Dinkelkissens über Nacht erwiesen. Zum Abtransportieren der Krankheitserreger empfiehlt es sich, die Blase gut durchzuspülen und viel zu trinken (2-3 Liter am Tag). Positiv sind Früchtetees, spezielle Blasen-Kräutertees (Apotheke), stilles Mineralwasser oder Rooibostee. Auf Kaffee, Schwarztee und Alkohol sollte verzichtet werden, da diese Genussmittel die Blase reizen.
Eine sehr heilsame und kostengünstige Möglichkeit genügend Flüssigkeit am Tag aufzunehmen ist der Genuss von heissem Wasser. Heisses Wasser wird innerhalb des indischen Heilsystems Ayurveda schon seit Jahrtausenden empfohlen. Es zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass es entgiftend und entschlackend wirkt.
Zubereitung von heissem Wasser: Ein Liter Wasser wird zehn Minuten lang gekocht. Eine Tasse des Wassers wird vor dem Frühstück schluckweise getrunken, die verbliebene Menge in eine Thermoskanne gefüllt und über den Tag verteilt genossen.
Vitalstoff reich essen
Da eine chronische Blasenentzündung auf ein geschwächtes Immunsystem hinweisen kann, empfiehlt es sich, die Abwehrkraft zu stärken und sich vitalstoffreich zu ernähren. Mit viel Frischkost in Form von Obst und Gemüse, Salaten, die mit kaltgepressten Öl (Distelöl, Sonnenblumenöl, Weizenkeimöl) zubereitet werden sowie Vollkornprodukten.
Oft liegt bei einer Cystitis auch eine Übersäuerung des Körpers vor. Diese kann durch ein Indikatorpapier (Apotheke), welches in den Urin gehalten wird, festgestellt werden. Es ist sinnvoll, diesen Test mehrere Tage und zu verschiedenen Zeiten durchzuführen. Im Laufe des Tages sollten die Werte zwischen 6,6 und 7,0 liegen. Liegt der pH-Wert mehrere Tage lang unter sechs, deutet dies auf eine Übersäuerung hin. Dann ist es wichtig, sich möglichst säurearm (Meiden von Zucker, Weissmehlprodukten, Fleisch, Kaffee, Alkohol, Wurst, Cola-Getränken) und basenreich (Bevorzugen von Kartoffeln, getrocknete Aprikosen und Feigen, Küchenkräuter, Löwenzahnblätter, Spinat, Oliven, Kohlrabi, Kartoffeln, Lauch, Sellerie) zu ernähren. Zusätzlich empfiehlt es sich mit dem Arzt abzusprechen, ob es notwendig ist, ein Basenpulver (Apotheke) einzunehmen.
Eine Blasenentzündung kann auch auf einen Darmpilzbefall hinweisen. Das hängt damit zusammen, dass bei einer Candidose (pathologischer Darmpilzbefall) die Pilze vom Darm aus sich im ganzen Organismus verbreiten können, so auch im Urogenitalbereich. Besonders bei Vorliegen einer chronischen Cystitis ist es ratsam, den Stuhl auf einen erhöhten Pilzbefall testen zu lassen. *
Nahrung für die Blase
Eine Kur mit Preiselbeersaft ist Balsam für die Blase. Amerikanische Untersuchungen belegen, dass die Häufigkeit von Blasenentzündungen durch regelmässiges Trinken von Preiselbeersaft (300 ml am Tag) um die Hälfte reduziert werden kann.
Wacholderbeeren wirken harntreibend und fördern das Durchspülen der entzündeten Blase. Darüber hinaus zerstören sie die entzündungsverursachenden Bakterien in der Blase. Ein weiteres blasenstarkes Nahrungsmittel ist die Zwiebel. Sie hilft durch ihren antibakteriell wirkenden Stoff Allicin Nieren- und Blasenbeschwerden zu lindern und stärkt darüber hinaus auch das Immunsystem. Das gleiche gilt übrigens auch für Knoblauch.
Bärenstarke Trauben
Die Blätter der Bärentraube zählen zu den wirksamsten Heilpflanzen bei Cystitis, besonders dann, wenn diese sich noch im Anfangsstadium befindet. Der Bärentraubenblätter-Tee wirkt am effektivsten, wenn ihm eine Messerspitze Natron zugegeben wird. Erst dann gibt das Arbutin der Blätter seinen entzündungshemmenden Wirkstoff Hydrochinon frei.
Zubereitung von Bärentraubenblättertee als Auszug: Ein bis zwei Teelöffel werden mit 1/4 Liter kaltem Wasser übergossen und 12 bis 14 Stunden, bei gelegentlichem Umrühren, stehen gelassen. Davon trinkt man täglich eine Woche lang zwei bis drei Tassen, leicht angewärmt.

Text:
Dipl. oec. troph. Roland Possin
Kurauer Str. 12, 23 554 Lübeck,
Telefon & Fax: 0451 - 7 20 46
E-Mail: roland@possin.com ; www.possin.com


aus Natürlich GESUND - 8. Jahrgang - Nr. 6 - August 2004

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