natürlich GESUND
Donnerstag, 11.03.2010      





Gesunde Zähne, schöne Zähne
Optimale Pflege für ein strahlendes Lächeln

Sie sind die Visitenkarte eines gepflegten Menschen: schöne und gesunde Zähne. Damit Sie es auch über die Jahre hinweg bleiben, ist eine sorgfältige Mundhygiene wichtig. Und die kann jeder selbst leisten – gewusst wie! Denn obwohl das Angebot an Bürsten, Zahncremes, Zahnseide, Spüllösungen und anderen dentalen Putzmittelchen ständig erweitert und den individuellen Bedürfnissen des Konsumenten angepasst wird, ist damit die richtige Zahnpflege noch nicht garantiert. natürlich Gesund hat zusammengetragen, worauf es bei der Zahngesundheit wirklich ankommt

Schrubben Sie noch oder rütteln Sie schon? Am Zustand der Zahnbürste kann jeder Zahnarzt erkennen, ob sie auch korrekt eingesetzt wird. Oft wird gebürstet, was das Zeug hält, effektiv ist das aber leider nicht. Denn je stärker Druck auf die Bürste ausgeübt wird, um so mehr biegen sich die Borsten auseinander. Das verringert ihre Putzwirkung.

Und so wird richtig geputzt: Die Zahnbürste in einem Winkel von 45 Grad an das Zahnfleisch und die Zähne anlegen und nur leicht andrücken. Mit kleinen rüttelnden Bewegungen werden nun die Zahnbeläge gelockert und entfernt. Angefangen wird mit den Außenflächen, anschließend kommen die Innenflächen und zuletzt die Kauflächen dran.

Welche Bürste ist die Richtige?

Auch die Wahl der Zahnbürste ist entscheidend für eine optimale Mundpflege. Sie sollte am besten mit hygienischen Nylonborsten und einem kleinen Kopf ausgestattet sein. Auf diese Weise kann sie jeden Zahn rundherum gut erreichen. Der Zahnarzt informiert über die benötigte Borstenhärte. Zu harte Borsten können das Zahnfleisch nämlich empfindlich verletzen.

Einfacher gelingt die tägliche Zahnpflege mit elektrischen Zahnbürsten. Sie vibrieren auf Knopfdruck und übernehmen die Rüttelbewegungen, für die oft wenig Geduld und Geschick aufgebracht wird. Dass sie besser reinigen als einfache Handzahnbürsten, ist inzwischen belegt. Übrigens müssen die Zähne auch nicht nach jedem Essen gereinigt werden. Tatsächlich reicht es, wenn man einmal am Tag putzt – dafür aber gründlich! Auch für gesundes Zahnfleisch ist es wichtig, dass Beläge komplett entfernt werden. Warum es dennoch empfehlenswert ist, zwei- bis dreimal täglich die Zahnbürste zu schwingen? Ihre Mitmenschen werden Ihnen für einen frischen und angenehmen Atem danken.

Tückische Lücken

Doch mit rüttelnden Borsten ist es nicht getan. Ebenso wichtig ist die Reinigung der Zahnzwischenräume. Hier muss mit Zahnseide, Hölzchen und speziellen Bürstchen nachgearbeitet werden – was die wenigsten übrigens regelmäßig tun. Eine neue Idee könnte uns diese lästige Arbeit möglicherweise abnehmen: Professor Stefan Zimmer von der Universität Düsseldorf führte eine Studie durch, in der einige Teilnehmer acht Wochen lang täglich ihren Mund mit einer anti-mikrobiellen Lösung spülten. Sowohl Zahnbelag als auch Zahnfleischentzündungen gingen bei dieser Gruppe stärker zurück als bei Teilnehmern, die Zahnseide beziehungsweise keine weiteren Hilfsmitteln neben der Zahnbürste benutzten. Weitere Tests sollen noch folgen.

Schutzschild aus Mineralien: Zahnschmelz

Eigentlich ist er ziemlich hart im Nehmen, denn er besteht zu 95 Prozent aus Mineralien: der Zahnschmelz. Er schützt die gesamte Zahnkrone vor schädigenden Einflüssen, vor allem gegen Abrieb. Bakterien und Säuren können ihn auf die Dauer jedoch mürbe machen, daher ist es besonders wichtig, den Zahnschmelz zu pflegen und zu stärken. Fluoride spielen hier eine wesentliche Rolle. Sie hemmen das Herauslösen von Mineralstoffen aus dem Zahnschmelz und fördern ihren Einbau. Außerdem erhöhen sie die chemische Widerstandsfähigkeit des Zahnschmelzes und behindern die Besiedlung der Zahnoberfläche durch Karies, indem sie den Stoffwechsel der Bakterien und damit deren Säureproduktion hemmen.

Da viele Regionen in Deutschland Fluoridmangelgebiete sind, muss die fehlende Menge zugeführt werden. Das kann in Form von fluoridiertem Speisesalz, fluoridhaltigen Zahnpasten, Tabletten, Gels oder Lack geschehen, aber auch durch Trinken von entsprechenden Mineralwässern. Mundspülungen mit Fluoriden helfen vor allem bei freiliegenden Zahnhälsen. Am einfachsten und preiswertesten ist die Zufuhr durch fluoridiertes Speisesalz. Keinesfalls sollte alles auf einmal verwendet werden, denn Fluoride können leicht überdosiert werden. Eine Einnahme von 5 mg pro Tag gilt als unschädlich. Eine zu hohe Dosierung lässt die Zähne weich werden und begünstigt Osteoporose, da Kalzium entzogen wird. Bei einer akuten Vergiftung durch Fluoride kann es sogar zu Erbrechen und Krampfanfällen kommen. Maßnehmen ist also angesagt.

Dental SPA:
Kur für die Zähne

Obwohl die meisten Menschen wert auf gesunde Zähne legen, haben sieben von zehn Deutschen Angst vor dem Zahnarzt. Für sie dürften die zunehmend auch in Deutschland eingeführten Dental SPAs interessant sein. Im Endeffekt handelt es sich um Zahnarztpraxen, in denen Zahnbehandlungen, Prophylaxe und kosmetische Leistungen so angenehm wie möglich durchgeführt werden. In einem optisch ansprechenden Ambiente kann man seine Zähne bei entspannter Atmosphäre reinigen, desinfizieren, desensibilisieren, polieren, aufhellen oder auch mit Zahnschmuck versehen lassen. Das hat natürlich seinen Preis, den nicht jeder zahlen kann oder will. Die Alternative: Zahnkosmetische Produkte für das eigene Badezimmer. Aber Vorsicht, nicht alle halten, was sie versprechen. Klären Sie sich also vorher ausreichend über entsprechende Produkte auf.

Bleaching: Vorsicht vorm Zähnebleichen in Eigenregie!

Strahlend weiße Zähne – wer hätte sie nicht gern? Von Natur aus haben die wenigsten Menschen einen ganz hellen Zahnschmelz. Wenn dann noch oberflächliche Beläge durch den Genuss von Rotwein, Tee oder Zigaretten dazukommen, entsteht oft ein ungepflegter Eindruck. Aber nicht jede Veränderung ist oberflächlicher Natur: Im Laufe der Jahre kommt es zu einem natürlichen Abtrag von Zahnschmelz. Das darunter liegende Dentin – also das Zahnbein, welches zum größten Teil den Zahn ausmacht – schimmert dann immer stärker durch. Auch Wurzelfüllungen, Medikamente oder Verletzungen des Zahns können Verfärbungen von Innen heraus verursachen. Abgestorbene Zähne werden zum Beispiel grau, weil sie nicht mehr mit Nährstoffen versorgt werden.

In diesen Fällen sind Bleichmittel tabu. Ihre Substanzen können nämlich nur äußerlich aufhellen. Problematisch sind auch Kunststoff- und Amalgamfüllungen, die sich beim Kontakt mit Bleich-Gel verfärben können. Kronen und Brücken lassen sich überhaupt nicht aufhellen, im Gegenteil. Unter Umständen ergibt sogar sich ein unregelmäßiges Zahnbild.

Vor der Entscheidung zu einem Bleaching sollte man sich durch seinen Zahnarzt absichern, dass die Zähne frei von Karies und Zahnstein sind. Dann empfiehlt sich auch eine professionelle Behandlung durch den Zahnarzt. Er kann sogar bei inneren Verfärbungen helfen.

Zahngesundheit geht durch den Magen

Generell gilt: Eine ausgewogene Ernährung ist auch für gesunde Zähne wichtig. Vor allem Vollkornprodukte, rohes Gemüse und Obst sind ideal, weil sie kräftig gekaut werden müssen. Dadurch fließt reichlich Speichel, der die Zähne reinigt. Außerdem wird durch das Kauen das Zahnfleisch gefestigt. Gleichzeitig liefern sie natürlich wertvolle Nährstoffe, die das Gebiss von innen ernähren. Kalziumreiche Lebensmittel wie Milchprodukte und Gemüse sind beispielsweise für den Aufbau und Erhalt der Zahnsubstanz wichtig (siehe Tabelle). Um den Durst zu stillen, sollte man auf zuckerfreie Getränke wie Mineralwasser und Kräutertees zurückgreifen. Säfte am besten nur in kleinen Mengen genießen, da die Fruchtsäuren den Zahnschmelz angreifen. Wer nicht auf Süßes oder Saures verzichten mag, sollte hinterher mit Wasser spülen und ein zuckerfreies Zahnpflegekaugummi verwenden. Mit Zähneputzen sollte man eine halbe Stunde warten. Zu leicht könnte ansonsten der Zahnschmelz weggebürstet werden, der durch die Säuren angelöst wurde.

Heißer Tipp für Zähne: Tee

Gute Nachrichten für Teetrinker: Schwarzer und grüner Tee härten den Zahnschmelz und ihr Gehalt an Polyphenolen und Flavonoiden hemmt die Kariesbildung. Grüner Tee besitzt außerdem antibakterielle Wirkung und sorgt damit für frischen Atem. Reich an Fluoriden, kann mit einem Liter Grünen Tee am Tag bereits 50 Prozent des Tagesbedarfs an Fluorid gedeckt werden!

Krank durch schlechte Zähne

Entzündungen in Mund und am Zahnfleisch tun nicht nur weh, sie erleichtern verschiedenen Bakterien auch den Eintritt in die Blutbahn. Streptokokken und Heliobacter pylori haben dann ein leichtes Spiel und können massive Erkrankungen auslösen, darunter: • Thrombose, Herzinfarkt und Schlaganfall
• Beeinträchtigung der Blutgerinnung und Schädigung der Gefäßwände
• Chronische Gehirnhautentzündung, Gehirnabszesse
• Hauterkrankungen
• Schwangerschaftskomplikationen
• Magengeschwüre bis hin zu Magenkrebs
• Gelenksbeschwerden

Bei akuten Beschwerden steht natürlich die Mundhygiene an erster Stelle. Desinfizierend wirken beispielsweise Spülungen mit Salbeitee. Entzündungshemmende Lösungen wie Salviathymol oder Kamistad-Gel mit Kamillenextrakt zum Auftragen sind in der Apotheke erhältlich. Sollten die Beschwerden damit nicht verschwinden, sollten sie unbedingt vom Zahnarzt behandelt werden. Auch bei chronischen Entzündungen kann der Fachmann mit professionellen Reinigungsmethoden helfen.

Im Kopf nicht auszuhalten: Zahnschmerzen

Ziehend, stechend, bohrend und meist unerträglich – so äußern gereizte Nervenfasern eine Störung oder Entzündung am Zahn oder Kiefer. Das erste Warnsignal ist Überempfindlichkeit eines einzelnen Zahns gegen Kälte, Hitze, Druck oder Süßes, der auf einen angegriffenen Zahnschmelz hindeutet. Werden Schmerzen ignoriert, kann der Zahn absterben oder sogar im Kiefer großen Schaden anrichten. Die häufigste Ursache für einen Zahnschmerz ist Karies. Er kann nicht nur den Zahnschmelz angreifen, sondern auch das darunter liegende Gewebe. Zahnreparaturbehandlungen können ebenfalls eine Entzündung und damit Schmerzen in der Pulpa, dem Zahnmark, auslösen. Eine leichte Zahnfleischentzündung geht meist mit brennenden Schmerzen einher, während eine ausgeprägte Parodontitis tückischerweise gar keine Beschwerden macht.

Auch eine Fehlstellung des Kiefers kann Schmerzen auslösen. Der Zahnarzt kennt außerdem sogenannte atypische Zahnschmerzen, die keinem bestimmten Zahn zugeordnet werden können. Weiterhin machen sich manchmal Migräne, Mittelohrentzündungen, Nasennebenhöhlenentzündungen und Angina pectoris als Zahnschmerzen bemerkbar. Der Grund: Sie strahlen im Kiefer aus.

Tipps gegen den Schmerz im Mund

Sensible Zähne und Zahnhälse können durch die regelmäßige Anwendung mit speziellen Pasten und Spüllösungen ihre Überempfindlichkeit wieder verlieren. Bei Schmerzen sollte jedoch immer ein Zahnarzt aufgesucht werden. Um die Wartezeit bis zum Termin zu überbrücken, kann man die Schmerzen durch das Kauen von Gewürznelken betäuben oder mit einem Kühlkissen lindern. Sind sie Schmerzen sehr stark und haben Sie sich für ein Schmerzmittel wie Aspirin, Paracetamol oder Ibuprofen entschieden, nehmen Sie jeweils die höchstmögliche Einzeldosis. Damit kann der Schmerz auch effektiv bekämpft werden.

Sollte der Zahnarzt keine Ursache für die Schmerzen finden, kann auch eine Verspannung im Kiefer oder an der Halswirbelsäule vorliegen. Eine osteopathische Behandlung kann hier schmerzlösend wirken.

Checkliste für zahngesunde Ernährung

Und die tut nicht nur den Zähnen, sondern dem ganzen Körper gut!

  • Vermeiden Sie zu häufiges „Zwischendurch-Naschen“. Nach einem Snack die Zähne mit einem Zahnkaugummi reinigen.
  • Mineralwasser ist besser als Limonade und gezuckerte Fruchtsäfte. Wenn Sie gar nicht verzichten wollen, sollten Sie zucker- und säurehaltige Getränke schnell trinken! Je geringer die Verweildauer der Bakterien im Mund, um so weniger kann der Zucker verarbeitet und in zahnschädigende Säuren umgewandelt werden.
  • Nach jedem Glas Saft ein Glas Wasser trinken. Um den durch die Säuren angelösten Zahnschmelz nicht wegzubürsten, mit dem Zähneputzen eine gute halbe Stunde warten.
  • Durch das intensive Kauen von festen Lebensmitteln wie Vollkornbrot, Obst und rohes Gemüse bekommt das Zahnbett ausreichend Gymnastik.
  • Kauen Sie grundsätzlich das Essen ordentlich durch! Dadurch entsteht Speichel, der die Zähne reinigt.
  • Nehmen Sie ausreichend kalziumhaltige Nahrungsmittel zu sich.
  • Benutzen Sie fluoridhaltiges Speisesalz. Fluoride härten den Zahnschmelz und schützen vor Säure.

Nicht nur die Pflege ist wichtig!

Gebürstet, gerüttelt, gepflegt – kurz: das Einmaleins der Zahnpflege befolgt und trotzdem schlechte Zähne? Mit zunehmendem Alter lässt sich der Zahnverfall mit guter Prophylaxe zwar verzögern, jedoch fehlen bereits jedem Bundesbürger zwischen 35 und 44 Jahren im Schnitt 2,7 Zähne.

Einem strahlenden Lächeln steht dennoch nichts im Weg. Denn hochwertiger Zahnersatz, wie z.B. Implantate, schließen die Lücken problemlos und sehen natürlich und schön aus. Sie haben aber auch ihren Preis. Rund 11 Mio. Deutsche besitzen daher eine Zahnversicherung – bei 1.900 Euro Eigenanteil für ein Implantat eine sinnvolle Sache. Doch Vorsicht: Von 140 Tarifen sind laut Stiftung Warentest nur drei mit „sehr gut“ bewertet worden, darunter flexi ZeTop+ZB der CSS Versicherung. Sie erstattet mit 1.707 EUR für ein Implantat den Höchstbetrag und überzeugte die Tester auch sonst mit umfassenden Zahnersatzleistungen.

Aus: natürlichGesund, Ausgabe 3/2009, Autor: Andrea Lübke, Bild: Solovieva Ekaterina, Shutterstock

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